Ich bin einige Tage vor Beginn des Kurses angereist, um mich etwas einzugewöhnen, eine sehr gute Idee, denn bei einem Zeitunterschied von 9 Stunden war die Umstellung nicht ganz leicht. Außerdem hatte ich Gelegenheit die Umgebung kennen zulernen und mich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen. Ich war noch nie in einer „ländlichen“ Gegend Amerikas und habe sehr schnell gemerkt, warum man auf ein Auto angewiesen ist: die unfassbaren Entfernungen: keine 50tausend Einwohner auf 73 Quadratkilometern, aber richtig verstreut.
Der Veranstaltungsort „Unity in Marin“ liegt in einer sehr ruhigen Gegend und ist, wie die Adresse „Palm Drive“ bereits vermuten lässt, von hohen Palmen umgeben. Das Gebäude in spanischem Stil hat einen mit üppiger Pflanzenpracht ausgestatteten Innenhof, in dem wir bei dem herrlichen Wetter einen großen Teil unsere Pausen verbrachten, sowie einen wunderschön angelegten Meditationsgarten.

Es gibt in dem Gebäudekomplex einen Meditationsraum, eine Bibliothek, einen großen Raum für 200 Menschen. Ich lerne, dass dieser Ort eine Kirche ist, offen für alle Religionen und Lebenskonzepte. Der große Raum wird je nach Bedarf als Kirche, für Veranstaltungen wie diese oder zum Feiern genutzt.

Rick Hanson und ich

Rick Hanson und ich

Mein dritter Professional Course bei Rick Hanson ist eine besondere Erfahrung in mehrfacher Hinsicht:

Der Veranstaltungsort, die Unitarier Kirche, hat eine ganz spezielle Atmosphäre. Die bis ins Detail sorgfältig und liebevoll gestaltete Anlage lädt ein zum Loslassen und Entspannen, zum sich-einfach-wohlfühlen.
Der Kontakt und Umgang miteinander, Rick Hanson, die Teilnehmer, Organisatoren und Filmteam ist so freundlich und offen, alles scheint leicht.

Die Atmosphäre war geprägt von der Bereitschaft sich zu öffnen, zu unterstützen, Freude und Traurigkeit miteinander zu teilen, Tiefe und Unbeschwertheit. Die Arbeit war intensiv, die Stimmung sehr entspannt und locker.
Inhalt waren die grundlegenden Methoden und Ziele des HEAL – Verfahrens, wir haben sehr viel in Kleingruppen und zu zweit geübt.

Die englische Sprache kann ich gut verstehen, aber beim spontanen Sprechen suche ich oft nach passenden Worten. Deshalb habe ich, als wir eine komplexe, zeitlich begrenzte Übung zu zweit machen sollten, zwei Kolleginnen gebeten als dritte Person mitmachen zu dürfen, beobachtend sozusagen. Ich dachte das sei besser, als nichts von der Übung mitzubekommen oder jemand anderen aufzuhalten. Genau in diesem Moment kommt ein Teilnehmer auf mich zu und fragt, ob ich mit ihm üben möge. Als ich dankend ablehne und den Grund erkläre, erkundigt er sich nach meiner Muttersprache. Es stellt sich heraus, dass dieser Mann ein Schweizer aus Los Angeles ist und wir machen die Übung zusammen auf Deutsch. Ein nettes Zusammentreffen genau im richtigen Moment.

Es hat viel Freude gemacht, an diesem Kurs teilzunehmen, ich habe viel gelernt und erlebt und freue mich, wenn ich etwas weitergeben kann, von diesem Wissen und der hilfreichen Methode.